Reconnection, Wieder-Verbindung mit uns selbst

„Ich fühle mich so verlassen“, „ich fühle mich allein“ – das sind Anteile, die nach Rückverbindung mit uns rufen. Oft denken wir, wir müssen uns um sie kümmern, wie wir uns im Außen um ein Kind kümmern. Aber da wäre weiter eine Trennung: hier der Teil, der sich mütterlich kümmert, da der Teil, der umsorgt wird.

Mir geht es heute um eine andere Perspektive, nämlich darum, wie wir wieder eins mit dem werden, wovon wir uns einmal trennen mussten.

 

Als Kind haben wir Erfahrungen gemacht, die zu große Gefühle in uns ausgelöst haben, als dass wir sie hätten verarbeiten können. Diese Gefühle mussten wir innerlich abspalten und tun das fortwährend bis heute. Der Mechanismus, mit dem wir diese Abspaltung ständig erneuern, ist die Selbst-Beschämung. Wir sagen uns, dass wir falsch sind, wie wir sind und insbesondere, dass diese abgespaltenen Gefühle und Bedürfnisse falsch sind: zu bedürftig, zu hilflos, zu irgendwas. Manchmal merken wir Selbstbeschämung nur daran, dass wir uns nicht gut fühlen, ohne ganz konkret anfassen zu können, was wir uns da gerade sagen. Dass wir uns schlecht fühlen, ist oft ein treffender Hinweis darauf, dass ein unwahrer Glaubenssatz aktiv ist.

Wenn wir liebevoll mit uns präsent bleiben können und/oder ein liebevolles Gegenüber haben, das mit uns an dieser Stelle verweilen kann, kann Wiederverbindung mit uns selbst geschehen. Es gibt da gar nicht viel zu tun, außer diesem sehr besonderen Da Bleiben, das die konstante Selbstzurückweisung entlarvt und zur Ruhe bringt. Die Energie, der Drive kommt aus den abgespaltenen Teilen, die sich mit Sätzen wie anfangs erwähnt melden. Diese Sehnsucht nach Einssein ist tief in uns wirksam und heilsam aktiv. Dieser Kraft können wir vertrauen.

 

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